Haiti: Deutsche Hilfe zu dürftig

Haiti: Deutsche Hilfe zu dürftig
NRO fordern Sondermittel für Wiederaufbau

Bonn, 12. März 2010 – Milliarden US-Dollar stellten die internationalen Geber nach dem Erdbeben in Haiti zur Verfügung. Auch nichtstaatliche Organisationen konnten Rekordsummen bei den Spendeneinnahmen verbuchen - allein in Deutschland waren es 195 Millionen Euro. Nur die Bundesregierung hat  sich bisher mit ihren finanziellen Zusagen zurückgehalten.

„Im Vergleich zu anderen Gebern wie den Vereinigten Staaten oder Frankreich schneidet Deutschland  bei Haiti schlecht ab. Deshalb ist es auch nicht nachvollziehbar, dass die Bundesregierung keine Sondermittel  für den Karibikstaat bereit gestellt hat“, so  Ulrich Post, Vorstandsvorsitzender des Verbandes Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO). Spätestens zur zweiten Geberkonferenz Ende März in New York, sollte die Bundesregierung ihre finanziellen Zusagen für Haiti substantiell erhöhen.

Die bilaterale Hilfe der Bundesregierung für Haiti beträgt bisher insgesamt 17 Millionen Euro – rund 20 Millionen US-Dollar. Die Vereinigten Staaten stellten als größter Geber 710 Millionen Dollar bereit, die Europäische Union kündigte laut UN Ocha mehr als 170 Millionen Dollar für das Erdbebengebiet an. Die Spendeneinahmen in Deutschland für das Erdbebengebiet belaufen sich  nach Angaben des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) bisher auf 195 Millionen Euro. Das ist das höchste Spendenvolumen in Europa.

„Angesichts einer Naturkatastrophe eines solchen Ausmaßes  müsste die Unterstützung der Bundesregierung wesentlich höher ausfallen“, betont Post. Bei dem Erdbeben  Mitte Januar kamen mehr als 220.000 Menschen ums Leben, 250.000 wurden verletzt und 1,5 Millionen obdachlos. In einigen Ortschaften wurden rund 90 Prozent der Gebäude zerstört.

Hilfsorganisationen fordern zudem, keine Nahrungsmittelhilfe mehr zu leisten. „Dadurch wird nur die Eigenproduktion behindert“, sagt Post. Im Fokus der Hilfe sollten auch die ländlichen Gebiete stehen.

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Kirsten Prestin

Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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