Gender

- UN Photo / Ku Chung
Gender in der Entwicklungszusammenarbeit
Trotz zahlreicher Erkenntnisse und Konzepte, die in den vergangenen Jahrzehnten zum Thema Gender in der Entwicklungszusammenarbeit erarbeitet wurden, sind Frauen und Mädchen in weiten Teil der Welt immer noch besonders von Armut und fehlenden Rechten betroffen. Das ungleiche Machtverhältnis zwischen den Geschlechtern stellt weiterhin ein Hindernis für nachhaltige Entwicklung und einen Verstoß gegen die Menschenrechte dar.
VENRO bietet ein Forum zur Diskussion von Strategien zur Umsetzung von Geschlechtergerechtigkeit und setzt sich sowohl verbandspolitisch als auch im entwicklungspolitischen Raum für ihre stärkere Verankerung ein. Ziel ist es, durch die gemeinsame Erarbeitung von Lösungsansätzen einen Beitrag zur Überwindung von Frauenarmut und zur Umsetzung von Geschlechter-gerechtigkeit zu leisten. Dabei geht es sowohl um die Berücksichtigung von Gender-Ansätzen in der Projekt- und Programmarbeit als auch um deren Integration in politische und makro-ökonomische Zusammenhänge.
Frauenförderung und Gender Mainstreaming
Um eine stärkere Verankerung von Genderansätzen in der Entwicklungszusammenarbeit zu fördern, hat VENRO ein Gender- Handbuch entwickelt, das auf der Basis praktischer Erfahrungen von VENRO-Mitgliedern sowohl Programmbeauftragte als auch Entscheidungsträgerinnen und -träger in ihrer täglichen Arbeit unterstützen soll. Mit der Stellungnahme „Frauenförderung und Gender Mainstreaming: Perspektiven zur Verwirklichung von Geschlechtergerechtigkeit“ positioniert sich VENRO darüber hinaus kritisch zu den entwicklungspolitischen Strategien der Frauenförderung und des Gender Mainstreaming. VENRO fordert, beide sowohl in der staatlichen als auch zivilgesellschaftlichen Entwicklungszusammenarbeit gleichermaßen zu berücksichtigen und mit den entsprechenden personellen und finanziellen Ressourcen auszustatten.
Die Afrika-EU-Strategie aus Genderperspektive
Bereits im Rahmen des VENRO-Projekts zur deutschen EU-Ratspräsidentschaft 2007 hat sich VENRO in Diskussionsveranstaltungen mit den Perspektiven einer geschlechtergerechten Entwicklungszusammenarbeit auseinandergesetzt und diese unter dem Titel „Frauen bringen den Wandel: Bilanz und Perspektiven einer geschlechtergerechten Entwicklungszusammenarbeit“ dokumentiert.
Im Rahmen des Projekts „Afrikas Perspektive – Europas Politik“ liegt nun erneut ein Schwerpunkt im Bereich Gender. In Auseinandersetzung mit der gemeinsamen Afrika-EU-Strategie hat die VENRO-Gender Initiative während eines Workshops in Nairobi zusammen mit afrikanischen Partnerorganisationen Positionen zum Thema Governance und Menschenrechte entwickelt und bringt diese während des zweijährigen Projekts (2009-2010) in die entwicklungspolitische Diskussion ein.
gender perspective

- Ami Vitale/The World Bank
Mehr politische Macht für Frauen
Auch 15 Jahre nach der Weltfrauenkonferenz in Peking sind Frauen in politischen Machtpositionen immer noch unterrepräsentiert. Nur 18 Prozent der Parlamentarier weltweit sind weiblich. Auch auf lokale Ebene sind Frauen politisch nur gering beteiligt.
Der Workshop "Local Power and Womens's Rights - Gender Perspectives on Decentralisation Processes" diskutierte Strategien, wie Frauen politisch gestärkt werden können. Im Mittelpunkt der Veranstaltung, die Ende 2009 im Rahmen des VENRO-Projektes Afrikas Perspektive - Europas Politik stattfand, standen die Erfahrungen der afrikanischen und europäischen Zivilgesellschaft.
Die jetzt erschienene Workshop-Dokumentation zeigt Erfahrungen und Wege der praktischen Umsetzung von Gendergleichheit.
PDF Download der Publikation


Gender und wirksame Entwicklungszusammenarbeit
Die Berücksichtigung von Gender-Interessen ist ein wichtiger Bestandteil einer erfolgreichen und nachhaltigen Entwicklungszusammenarbeit. In der gegenwärtigen Reform der Entwicklungsarchitektur, die im Kontext der Paris Deklaration von 2005 und der Accra Agenda for Action von 2008 vorgenommen wird, droht das Ziel der Geschlechtergerechtigkeit jedoch in den Hintergrund zu treten.
Die VENRO-Steuerungsgruppe Gender hat deshalb im Vorfeld des dritten High Level Forums zur Wirksamkeit von Entwicklungszusammenarbeit 2008 in einer Stellungnahme gefordert, Ziele und Mechanismen zur Umsetzung von Geschlechtergerechtigkeit systematisch in die laufenden Reformprozesse zu integrieren.
Auch für die praktische Umsetzung zivilgesellschaftlicher Programme und Projekte ist es zentral, Genderaspekte in Konzepte und Methoden einzubinden. Dies erfordert sowohl ein umfassendes Verständnis von Ungleichheitsstrukturen zwischen den Geschlechtern als auch eine Vertrautheit mit entsprechenden Methoden der Wirkungsanalyse. VENRO veranstaltet deshalb regelmäßig Workshops zur Einbindung von Genderaspekten in die Programm- und Projektarbeit.


