UN-Dekade Bildung für Nachhaltige Entwicklung
Anlässlich der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung (2005 bis 2014)“ werden alle Maßnahmen der VENRO-Mitglieder zur Umsetzung der UN-Dekade und im Bereich Globales Lernen zusammengetragen. Die Aktivitäten werden in der Publikation „Jahrbuch Globales Lernen“ oder in VENRO-Positionspapieren dargestellt. Die Veröffentlichungen sind auch als praxisorientierte Arbeitshilfen für NRO gedacht. Sie zeigen Kooperationsmöglichkeiten auf und bieten eine Plattform zum Erfahrungsaustausch.
Der Nationale Aktionsplan für Deutschland
VENRO beteiligt sich aktiv an der UN-Dekade für nachhaltige Entwicklung (2005 bis 2014)“ So nimmt der Verband an den Gesprächen des Runden Tisches in Deutschland teil. Akteure der Nachhaltigkeit aus ganz Deutschland kommen hier zusammen, um gemeinsam an der deutschen Umsetzung der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" zu arbeiten. Mit dabei sind Vertreterinnen und Vertreter aus den Ländern und Kommunen, Unternehmen sowie auch zivilgesellschaftliche Organisationen. VENRO unterstützt die Ziele des Nationalen Aktionsplans (NAP), der die konkrete Umsetzung von zukunftsfähiger Bildung in Deutschland zum Ziel hat.
Die entwicklungspolitische Inlands- und Bildungsarbeit in Deutschland ist eines von sechs VENRO-Arbeitsfeldern. Ziel der Verbandsaktivitäten ist die Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Inlandsarbeit der Nichtergierungsorganisationen (NRO). Zudem sollen die entwicklungspolitische Bildungsarbeit und das Globale Lernen im deutschen Bildungswesen beziehungsweise der Nachhaltigkeitsstrategie verankert werden.
VENRO setzt sich für eine konzeptionelle und finanzielle Stärkung der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit ein. Der Verband bietet ein Forum für die Vernetzung und die gemeinsame Positionsfindung der NRO-Akteurinnen und Akteure. Er fördert den Dialog mit Freiwilligenorganisationen und staatlichen Bildungsstellen. Ziel der VENRO-Aktivitäten ist es, dass entwicklungspolitische Wissen und das Bildungs-Know-how der Verbandsmitglieder in die schulische Eine-Welt-Arbeit einzubringen.
Stärkung entwicklungspolitischer Bildungsarbeit
VENRO setzt sich dafür ein, dass die entwicklungspolitische Bildungsarbeit auch finanziell an Bedeutung gewinnt. Der Verband verfolgt deshalb sehr genau die Diskussionen zur entwicklungspolitischen Bildungsarbeit auf Länder- und Bundesebene. VENRO arbeitet hierzu mit Akteuren, wie mit der Arbeitsgemeinschaft der Eine Welt Landesnetzwerke in Deutschland (agl) zusammen. Eine gemeinsame Forderung ist die Erhöhung der öffentlichen Förderung für die entwicklungspolitische Inlandsarbeit. Diese richtet sich nach einer Empfehlung des UN-Entwicklungsprogramms (UNDP), das zwei Prozent der öffentlichen Entwicklungshilfeleistungen (ODA) für entwicklungsbezogene Bildungs-, Medien- und Öffentlichkeitsarbeit vorsieht.
Kein Geld für Informations- und Bildungsarbeit
Im Jahr 2007 stieg die deutsche ODA im Vergleich zum Vorjahr um 5,9 Prozent. Die Informations- und Bildungsarbeit (IBA) aber konnte davon nicht profitieren. Ihr Anteil an den deutschen ODA-Mitteln ist sogar zurückgegangen. Im Jahr 2005 investierte Deutschland gerade mal 0,19 Prozent seiner ODA in die entwicklungspolitische Inlandsarbeit. Damit ist die Bundesregierung von der UNDP-Vorgabe weit entfernt.
Warum muss entwicklungspolitische Bildungsarbeit stärker gefördert werden?
- Die Bundesregierung liegt im Vergleich zu anderen OECD-Ländern, wie Spanien, Norwegen oder Schweden mit ihren Gesamtausgaben für Informations- und Bildungsarbeit im unteren Mittelfeld.
- Der prozentuale Anteil an der nationalen ODA seit dem Jahr 2000 - mit einer Ausnahme 2003 – ist gesunken. 2001 waren es 0,2 Prozent, 2002 sogar 0,3 Prozent und 2004 0,26 Prozent der nationalen ODA, die für entwicklungspolitische IBA ausgegeben wurden.
- Die Länder ziehen sich zunehmend aus der Förderung entwicklungspolitischer Bildungsarbeit zurück. Wurden 1994 noch 20,5 Prozent der ODA-relevanten Leistungen der Bundesländer in entwicklungspolitisch relevante Kosten investiert, so waren es 2004 nur noch 6,97 Prozent der Mittel. Die Leistungen werden stetig weniger.
- Die Qualität der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit ist in den letzten Jahren gestiegen. Universitäten und Forschungseinrichtungen besitzen inzwischen eigene Abteilungen, die sich mit der Frage nach einer verbesserten Qualität entwicklungspolitischer IBA auseinandersetzen.
- VENRO und insbesondere die Inlandsabteilungen seiner Mitglieder haben mit ihrer politischen Lobbyarbeit im Rahmen des Projekts „Deine Stimme gegen Armut“ Link mit seiner öffentlichkeitswirksamen Ausrichtung effizient politischen Druck ausgeübt. Sie haben dazu beigetragen, dass die Zusage der Bundesregierung im Vorfeld des G8-Gipfels in Heiligendamm, die öffentliche Entwicklungshilfe um rund 750 Millionen Euro aufzustocken, eingehalten wurde.
NRO-Bildungsarbeit in Schulen
Im Jahr 2007 verabschiedete das Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) und die Kultusministerkonferenz (KMK) den „Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung“, der als Grundlage für die Entwicklung von Lehrplänen genutzt werden kann.
Lernbereich Globale Entwicklung
VENRO hat eigene Punkte in den Entwurf eingebracht. Diese beziehen sich vor allem auf die Einbettung des Lernbereichs "Globale Entwicklung" in das didaktische Konzept für nachhaltige Bildung von Schulen. Bei der Umsetzung des „Orientierungsrahmens“ in den Bundesländern soll das Know-how der VENRO-Mitglieder eingebracht werden. Auch die Erfahrungen von Migranten und Migrantinnen werden berücksichtigt.
NRO als Pfeiler der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit:
- NRO sind in der Regel in der Entwicklungszusammenarbeit oder in Prozessen zur Umsetzung einer Lokalen Agenda aktiv und verfügen über praktische Erfahrungen, die in die Bildungsarbeit einfließen
- NRO sind meistens eng mit Partnerorganisationen im Süden vernetzt. Sie können zum Sprachrohr für die Positionen und Interessen ihrer Partner werden
- NRO sind durch ihr weltweites Engagement Teil eines globalen zivilgesellschaftlichen Netzwerks. Dadurch können sie auch politische Entscheidungen auf globaler Ebene beeinflussen - zumindest aber können sie „Weltöffentlichkeit“ herstellen
- NRO verfügen aufgrund ihrer Mitgliederstruktur, mit einer breiten ehrenamtlichen Verankerung, über erhebliches gesellschaftliches Mobilisierungspotential und können so Handlungsperspektiven aufzeigen
Weltwärts
Seit dem 1. Januar 2008 ist der Freiwilligendienst des BMZ „weltwärts“ an den Start gegangen. Junge Menschen zwischen 18 und 28 Jahren können für sechs bis 24 Monate ehrenamtlich in Projekten in Entwicklungsländern arbeiten.
Die Initiative des BMZ wurde von vielen NRO und auch VENRO sehr begrüßt. In einem ausführlichen Konsultationsverfahren hatten die zivilgesellschaftlichen Organisationen Gelegenheit, ihre Erfahrungen und Vorstellungen in das Konzept des Freiwilligendienstes einzubringen. VENRO wies insbesondere auf die Einhaltung von Qualitätsstandards hin.
Qualität nicht zum Nulltarif
- „Qualität gibt es nicht zum Nulltarif“, deshalb müssen die von den NRO geforderten Qualitätsstandards bei der Auswahl, Vor- und Nachbereitung sowie Durchführung von Freiwilligendiensten eingehalten werden. Das gilt insbesondere für die Partnerorganisationen in den Gastländern.
- VENRO fordert zudem eine umgekehrte Entsendung von jungen Leuten aus Ländern des Südens nach Deutschland.
- VENRO schlägt ein "Sandwich-Konzept" vor: Freiwillige sollten die Möglichkeit haben, vor und nach einem Dienst im Ausland bei einer entwicklungspolitischen Organisation im Inland zu arbeiten.
Dialog, Austausch und Vermittlung - Aktuelle Themen
VENRO-AG „Bildung lokal-global“
In der Arbeitsgruppe (AG) „Bildung lokal-global“ werden aktuelle Themen entwicklungspolitischer Inlands- und Bildungsarbeit aufgegriffen und diskutiert. Die meisten VENRO-Mitgliedsorganisationen engagieren sich auch im entwicklungspolitischen Bildungsbereich. NRO-Vertreter und Vertreterinnen tauschen sich in der AG über eigene Projekte aus, und erstellen gemeinsame Positionspapiere. Zudem suchen sie in aktuellen Fragen den Dialog mit staatlichen Akteuren.




